Website selbst erstellen: was ein Baukasten gut kann
Ein Website-Baukasten ist ein Dienst, bei dem Sie eine Vorlage auswählen und im Browser mit eigenen Texten und Bildern füllen. Programmieren müssen Sie nicht. Das hat echte Vorteile:
- Schneller Start: Eine einfache Seite steht an einem Wochenende.
- Niedrige Einstiegskosten: Sie zahlen eine monatliche oder jährliche Gebühr statt eines Projektpreises.
- Technik inklusive: Bei gehosteten Baukästen kümmert sich der Anbieter um Server, Zertifikat und die Aktualisierung der Plattform.
- Änderungen ohne Dienstleister: Öffnungszeiten oder ein neues Foto ändern Sie selbst.
Wix, WordPress, IONOS: worin sich die Wege unterscheiden
Hinter „Website selbst erstellen“ stecken zwei unterschiedliche Modelle, die oft in einen Topf geworfen werden.
- Gehostete Baukästen wie Wix oder der Baukasten von IONOS: Editor, Vorlagen und Hosting kommen aus einer Hand. Sie nutzen die Website im Abonnement beim Anbieter. Die Plattform selbst hält der Anbieter nach seiner Leistungsbeschreibung aktuell.
- WordPress ist kein Baukasten im engen Sinn, sondern ein frei verfügbares Redaktionssystem, das Sie bei einem Hoster Ihrer Wahl betreiben. Das gibt viel Freiheit bei Gestaltung und Erweiterungen. Dafür liegen Updates von WordPress, Design-Vorlage und Erweiterungen sowie Sicherungen in Ihrer Verantwortung, soweit Ihr Hosting-Tarif sie nicht übernimmt.
- Mischformen: Viele Hoster, auch IONOS, bieten sowohl einen eigenen Baukasten als auch vorinstalliertes WordPress an. Was genau im Tarif enthalten ist, steht in der Leistungsbeschreibung des jeweiligen Anbieters.
Welches Produkt für Sie das beste ist, hängt von Ihrem Vorhaben ab. Wir bewerten hier keine einzelnen Anbieter; Funktionen und Tarife ändern sich laufend, maßgeblich sind die Angaben der Anbieter selbst.
Eine Baukasten-Website braucht laufende Pflege durch Sie
Das ist der Punkt, der in der Werbung für Baukästen am wenigsten vorkommt: Mit der Veröffentlichung ist die Arbeit nicht erledigt. Eine Website, um die sich niemand kümmert, veraltet, verliert Sichtbarkeit bei Google und kann zum Sicherheits- oder Abmahnrisiko werden. Bei einem Baukasten sind Sie diese Person. Im Einzelnen:
- Updates: Bei WordPress müssen System, Design-Vorlage und Erweiterungen regelmäßig aktualisiert und danach geprüft werden, ob noch alles funktioniert. Bei gehosteten Baukästen entfällt das für die Plattform, nicht aber für eingebundene Zusatzdienste und Apps.
- Inhalte: Öffnungszeiten, Leistungen, Team, Fotos, Stellenangebote. Veraltete Angaben kosten Vertrauen und Anfragen.
- Suchmaschinenoptimierung: Seitentitel und Beschreibungen, sinnvolle Überschriften, Bildgrößen, das Google-Unternehmensprofil und die Search Console. Der Baukasten stellt die Felder bereit, ausfüllen und beobachten müssen Sie.
- Rechtstexte: Impressum und Datenschutzerklärung müssen zu dem passen, was die Website tatsächlich tut. Jedes neue Formular, jede eingebundene Karte, jedes Video und jedes Statistikwerkzeug kann eine Anpassung oder eine Einwilligungsabfrage nötig machen.
- Sicherungen: Prüfen Sie, ob und wie lange Ihr Anbieter sichert und ob Sie selbst an Ihre Inhalte kommen. Texte und Bilder sollten zusätzlich bei Ihnen liegen.
- Sicherheit: starkes Passwort und Zwei-Faktor-Anmeldung für das Konto, Zugänge ehemaliger Mitarbeiter entfernen, bei WordPress zusätzlich Schutz vor Angriffen auf veraltete Erweiterungen und Spam über Formulare.
Je nach Umfang kommen so schnell einige Stunden im Monat zusammen, dazu die Einarbeitung am Anfang. Wer das einplant, fährt mit einem Baukasten gut. Wer es nicht einplant, hat nach zwei Jahren eine Website, die niemand mehr anfassen mag.
Wann ein Baukasten reicht
- Sie brauchen vor allem eine digitale Visitenkarte: wer Sie sind, was Sie anbieten, wie man Sie erreicht.
- Sie haben Zeit und Lust, sich einzuarbeiten und die Seite regelmäßig zu pflegen.
- Das Budget ist knapp, etwa in der Gründungsphase, und die Website ist nicht Ihr wichtigster Weg zu neuen Kunden.
- Es geht um einen Verein, ein Nebengewerbe, ein Projekt oder eine einmalige Veranstaltung.
- Sie kommen mit den vorhandenen Vorlagen und Funktionen aus und brauchen keine Anbindung an andere Software.
In diesen Fällen raten wir vom Baukasten nicht ab. Wenn sich das im Erstgespräch zeigt, sagen wir es Ihnen.
Wann sich eine Agentur lohnt
Der wichtigste Grund ist nicht die Technik, sondern die Zeit. Wer einen Betrieb führt, hat abends selten Lust auf Updates, Bildgrößen und Datenschutzfragen. Eine Agentur nimmt Ihnen genau diese laufende Arbeit ab: Sie liefern Informationen und geben frei, der Rest wird erledigt.
- Sie haben keine Zeit oder keine Lust, sich um Updates, Inhalte, Suchmaschinen, Sicherungen und Sicherheit selbst zu kümmern.
- Die Website soll Anfragen bringen und bei Google in Ihrer Region gefunden werden.
- Sie brauchen Funktionen, die über Vorlagen hinausgehen: Terminanfrage, Stellenangebote, Mehrsprachigkeit, Anbindung an Ihre Software.
- Sie möchten einen festen Ansprechpartner, der die Seite kennt, wenn etwas nicht funktioniert.
- Ladezeit, Datenschutz und Barrierefreiheit sollen von Anfang an stimmen und nicht nachträglich repariert werden.
Was wir für Betriebe in der Region bauen und wie ein Projekt abläuft, steht unter Webdesign im Vogelsberg.
Baukasten und Agentur im direkten Vergleich
| Punkt | Baukasten, selbst gemacht | Agentur oder Freelancer |
|---|---|---|
| Kosten am Anfang | Niedrig, laufende Gebühr | Höher, einmaliger Projektpreis |
| Ihre eigene Zeit | Hoch: Aufbau und laufende Pflege | Gering: Inhalte liefern und freigeben |
| Updates und Sicherungen | Sie selbst, je nach Produkt teils der Anbieter | Übernimmt der Dienstleister, wenn vereinbart |
| Gestaltung | Im Rahmen der Vorlagen | Nach Ihrem Betrieb entworfen |
| Sonderfunktionen | Was Vorlagen und Erweiterungen hergeben | Wird bei Bedarf programmiert |
| Suchmaschinen | Felder vorhanden, Arbeit bei Ihnen | Grundlagen werden mit eingerichtet |
| Rechtstexte | Ihre Verantwortung | Ihre Verantwortung, technisch korrekt eingebaut |
| Wechsel des Anbieters | Oft Neuaufbau der Seite, je nach Anbieter | Abhängig vom Vertrag, vorher klären |
Vereinfachte Gegenüberstellung. Einzelne Produkte und Verträge weichen davon ab.
Bei den Rechtstexten gilt in beiden Fällen dasselbe: Für Impressum und Datenschutzerklärung sind Sie als Betreiber verantwortlich. Mehr dazu im Beitrag Impressum, Cookies, DSGVO.
Was es kostet: Geld gegen Zeit
Ein Baukasten kostet wenig Geld und viel eigene Zeit, eine Agentur umgekehrt. Rechnen Sie Ihre Stunden ehrlich mit: Wer als Handwerksmeister zwanzig Abende in eine Website steckt, hat sie nicht kostenlos bekommen.
Ungefähre Marktspannen für erstellte Websites, übliche Stundensätze und laufende Kosten stehen im Ratgeber Was kostet eine Website?.
Der Mittelweg: bauen lassen, selbst pflegen
Es muss kein Entweder-oder sein. Viele Betriebe lassen die Website einmal sauber aufbauen und pflegen Texte, Fotos und Öffnungszeiten danach selbst in einem Redaktionssystem. Technik, Updates und Sicherungen bleiben beim Dienstleister. So arbeiten wir auf Wunsch auch.
Sie haben schon eine Baukasten-Website und kommen nicht weiter? Dann sehen wir sie uns in der kostenlosen Erstberatung an und sagen Ihnen, ob sich ein Umbau lohnt oder ob ein paar gezielte Verbesserungen reichen. Schreiben Sie uns über das Kontaktformular.
Häufige Fragen
Kann ich meine Website selbst erstellen?
Ja. Mit einem Baukasten wie Wix, Jimdo oder dem Baukasten von IONOS oder mit WordPress lässt sich eine einfache Website ohne Programmierkenntnisse erstellen. Planen Sie neben dem Aufbau die laufende Pflege ein: Inhalte, Suchmaschinen, Rechtstexte, Sicherungen und Sicherheit.
Was muss ich bei einer Baukasten-Website selbst tun?
Inhalte aktuell halten, Seitentitel und Beschreibungen pflegen, Impressum und Datenschutzerklärung bei Änderungen anpassen, Sicherungen prüfen und das Konto absichern. Bei WordPress kommen regelmäßige Updates von System, Design-Vorlage und Erweiterungen hinzu.
Wann reicht ein Homepage-Baukasten aus?
Wenn Sie vor allem eine digitale Visitenkarte brauchen, mit den Vorlagen auskommen und die Zeit haben, die Seite selbst zu pflegen. Auch für Vereine, Nebengewerbe und die Gründungsphase ist ein Baukasten oft die vernünftige Wahl.
Ist WordPress ein Baukasten?
Nicht im engen Sinn. WordPress ist ein frei verfügbares Redaktionssystem, das Sie bei einem Hoster betreiben. Es ist flexibler als ein gehosteter Baukasten, dafür sind Sie für Updates und Sicherungen selbst verantwortlich, soweit Ihr Hosting-Tarif das nicht übernimmt.
Was ist der größte Vorteil einer Agentur?
Zeit. Eine Agentur übernimmt Aufbau und laufende Pflege: Updates, Sicherungen, technische Grundlagen für Suchmaschinen und Änderungen. Das lohnt sich vor allem für Betriebe, die dafür im Alltag keine Zeit haben.
Kann ich später vom Baukasten zu einer programmierten Website wechseln?
Ja. Texte und Bilder lassen sich übernehmen, die Seite selbst wird in der Regel neu aufgebaut. Wichtig ist, die bisherigen Adressen auf die neuen weiterzuleiten, damit Google-Platzierungen und gespeicherte Links erhalten bleiben.